Tagespflege in Jemgum hat Zukunft

Gute Nachrichten: Die Diakoniestation Bunde-Jemgum bekommt eine halbe Million Euro Förderung vom Land, um in Jemgum eine Einrichtung der Tagespflege zu bauen. Den Verantwortlichen der Diakoniestation – den Vorsitz hat der Jemgumer Wolfgang Philipps – ist zu danken. Denn das Projekt ist in mehrfacher Hinsicht wichtig für den Ort.

Die Tagespflege von älteren Menschen wird heute noch nicht in großer Zahl wahrgenommen. Aber die Nachfrage nach Plätzen wird in den kommenden Jahren erheblich steigen. Das hat vor allem drei Gründe:

  1. Die Bevölkerung wird immer älter. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Anteil der Bevölkerung über 80 Jahre in den nächsten zehn Jahren um rund 35 Prozent erhöhen wird, in 20 bis 25 Jahren wird sich der Anteil von heute verdoppeln. Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Lebensalter und brauchen entsprechend eine gute Versorgung im Alter.

  2. Die traditionelle Versorgung von alten Menschen wandelt sich fundamental. Früher wurden die Omas und Opas von ihren Kindern und Enkeln versorgt – vor allem den Frauen in den Familien. Das ist vorbei, in den Städten schon längst, auf dem Land aber auch zunehmend. Berufliche Belastungen und häusliche Pflege – das verträgt sich schon heute nicht mehr, zumindest nicht ohne Unterstützung.

  3. Früher war es eher verpönt, die Oma „wegzugeben“ – was sollen die Leute über die Rabenkinder denken?! Das ist vorbei. Es wird immer besser verstanden, dass eine gute Tagespflege eine viel bessere Lösung für alte Menschen ist als den Tag über mehr oder minder allein zuhause zu sein. So wie es heute immer selbstverständlicher wird, dass Kinder den Kindergarten und die Krippe besuchen, so wird es immer selbstverständlicher werden, dass ältere Menschen zeitweise in einer Einrichtung versorgt werden – und damit gleichzeitig länger zuhause wohnen können.

Das Projekt der Diakonie ist also ein Projekt für die Zukunft des Dorflebens in Jemgum. Es wird helfen, dass Menschen in Würde in „ihrem Dorf“ alt werden können. Und es wird helfen, dass Familien, vor allem die Frauen, bei der Pflege ihrer Eltern entlastet werden. Gut so!

Das Projekt der Diakonie ist aber auch für die Dorfentwicklung ein Gewinn. Gebaut wird die Einrichtung am Standort der alten Apotheke. Erinnern wir uns: Noch vor zwei Jahren sollte dort ein Parkplatz entstehen. Der hätte die Parkplatzprobleme im Dorfkern nicht gelöst. Vermutlich wäre er nur ein hässlicher Platz für abgemeldete Fahrzeuge und Müll geworden. Wie gut, dass das verhindert wurde. Das Projekt der Diakonie wird – zusammen mit der geplanten Wegeverbindung zum Wierdepark – eine Bereicherung für den Dorfkern sein.