Krippenplätze für Jemgum

Replies
0
Voices
1

Categorized:
Tagged:

Wählergruppe Jemgum 21

Moin,

hier eine kleine Zusammenfassung meiner Argumente von heute morgen (06.02.2021):

Bürgermeister und SPD/FDP argumentieren, die Bedarfszahlen des Landkreises Leer im Blick auf Krippenplätze (die für das gesamte kommende Jahrzehnt von insgesamt drei Gruppen, also ca. 45 Plätzen ausgehen) seien nicht verläßlich. Die Gemeinde sei in den vergangenen Jahren mehrfach von hohen Geburtenzahlen überrascht worden. DESHALB: Lieber Krippe mit 60 Plätzen planen, man weiß ja nie… Dazu ein paar Hintergrundinfos:

  1. In den vergangenen Jahren schwankten die Geburtenzahlen pro Jahr zwischen 22 und 28, blieben also den ganzen Zeitraum über sehr stabil, abgesehen von dem aktuellen (2020) Einbruch auf nur 18 Geburten. (Siehe Anlage.)
  2. Einen Rechtsanspruch auf Krippenplatz haben Kinder ab dem 1. Lebensjahr bis zum 3. Geburtstag, in Ausnahmefällen auch vor dem 1. Lebensjahr. D.h. für die Kalkulation des Bedarfs an Krippenplätzen sind MAXIMAL drei Jahrgänge zugrunde zu legen, eigentlich eher 2,5. Bleiben wir bei drei: Die maximale Anzahl von Kids zwischen 0 und 3 in einem Dreijahreszeitraum betrug 2017-2019: 27+27+28 = 82 Kinder.
  3. Politische Zielvorgabe: Die Gemeinde soll ab 2023 für 50 Prozent der Kinder einen Krippenplatz bereithalten (Stand 2018: ca. 20 Prozent, z.Z. 30-35 Prozent). Dieses Ziel spiegelt auch die steigende Nachfrage nach Krippenplätzen aufgrund zunehmender Berufstätigkeit von Frauen und ist daher voll zu unterstützen.
  4. 50 Prozent wären bei weiterhin gleichbleibender Geburtenzahl: 41 Kinder auf der Basis 2017-19 = drei Krippengruppen à 15 Kids. LK Leer kalkuliert sogar etwas höher, Bedarf ca. 45 Plätze.
  5. Das Landesamt für Statistik prognostiziert für den Landkreis Leer in den kommden zehn Jahren einen Rückgang der Kinder im Alter von 0-4 Jahren um ca. 10-12 Prozent (Siehe Anlage.). Wie sich das auf die Gemeinden verteilt, ist nicht vorhersehbar. Der Landkreis Leer geht in seiner Kindertagesstättenbedarfsplanung vorsichtig noch von etwa gleichbleibenden Zahlen aus, die erst ab Ende der 2020er Jahre zu sinken beginnen (Siehe Anlage.).

Bei der Kritik an den aktuellen Plänen in Jemgum geht es mir auf KEINEN FALL darum, bei Kindern zu sparen, sondern um die Frage, wofür wir das SEHR KNAPPE Geld (sofern überhaupt noch etwas da ist) verwenden. Auch in diversen anderen Bereichen gibt es Bedarfe für Kinder- und Jugendförderung in der Gemeinde (Ausbau der Betreuungszeiten in KiGa und Krippe, Qualitätssteigerung frühkindlicher Bildung, sozialpädagogische Unterstützung in den Grundschulen, Jugendzentrum, Jugendarbeit der Vereine, …). All das kostet Geld. Politik wird nicht umhinkommen, angesichts der knappen Ressourcen Prioritäten zu setzen bzw. mit den vorhandenen Ressourcen sehr sorgfältig umzugehen.

Was genau soll dazu unsere politische Position sein? Und wie kommunizieren wir sie so, dass sie positiv rüberkommt und gut verständlich ist?