Ziegelei Midlum bietet viele Chancen für die Gemeinde!

Die Unterzeichnung des Kaufvertrags für die Ziegelei in Midlum ist ein großartiger Erfolg und bietet viele Chancen für die Gemeinde. Nach über zehn Jahren Streit um das historische Gelände und zahlreichen vergeblichen Verhandlungsversuchen haben viele nicht mehr an eine Lösung geglaubt. Als die Verhandlungen über den Kauf mit den Eigentümern Anfang August 2017 vom Landrat als „endgültig gescheitert“ bezeichnet wurden, startete Bürgermeister Hans Peter Heikens eine neue Initiative – und hatte binnen kürzester Zeit Erfolg. Man kann dem Bürgermeister nur gratulieren, dass ihm dieser Coup gelungen ist.

Die Fraktion Jemgum 21 hatte die Forderung nach dem Kauf der Ziegelei schon im Wahlkampf 2016 erhoben und sich seither dafür eingesetzt. Die Ziegelei in Midlum kann nach Auffassung der Fraktion neben dem Fischereihafen in Ditzum zum zweiten großen Anziehungspunkt für den Tourismus in der Gemeinde werden.  Schon vor Jahren stellte ein Gutachten fest, dass Tausende von Besuchern pro Jahr möglich wären, wenn das Gelände entsprechend entwickelt würde. Der Tourismus in Deutschland boomt ohne Ende und die geburtenstarken Jahrgänge gehen langsam auf den aktiven Ruhestand zu – in den kommenden Jahren könnte der Tourismus zu einem echten Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde werden.

Abgesehen von der Bedeutung der Ziegelei für den Tourismus bleibt aber auch der Wert der Ziegelei für die Geschichte des Rheiderlands. Mit viel ehrenamtlichem Engagement, aber auch viel Geld ist die Ziegelei restauriert worden: angefangen vom Dach über den alten Ringofen bis zum Schornstein. Hier ist das Ziegeleimuseum Midlum entstanden, einzigartig in der Region und sogar einzigartig in Europa in der Darstellung der Ziegelproduktion auf der Basis von Klei. Dieses Juwel des Rheiderlands ist nicht nur bei Touristen als Attraktion beliebt, auch Einheimische erfreuen sich daran, dass hier an eine große Tradition des Rheiderlands erinnert wird. Immerhin haben hier Generationen von Arbeitern hart geschuftet. Durch attraktive Veranstaltungen – zum Beispiel die jährlichen Kunstausstellungen – wurde das Gelände weiter aufgewertet. Unsere Meinung: Millionen und Abermillionen werden überall ausgegeben, um Schlösser der adeligen Oberschichten zu restaurieren – mit viel weniger Geld kann hier etwas erhalten werden, das an das schwere Leben von Arbeitern im Rheiderland erinnert.

Nach Auffassung von Jemgum 21 muss der Landkreis den Kauf und die weitere Erschließung des Geländes finanziell unterstützen. Auch in diesem Jahr wird die kleine Gemeinde wieder rund vier Millionen Euro Gewerbesteuern an den Landkreis abgeben. Landrat Groote hatte immer wieder betont, dass der Landkreis den Erwerb und die Nutzung des Geländes voll unterstützen werde. Jetzt muss der Landrat zu seinem Wort stehen!