Absage Müggenmarkt bedauerlich – Neuanfang nötig

(Für viele überraschend, sagte Bürgermeister Heikens am 28. Juli 2017 den Müggenmarkt 2017 ab. Wir nahmen dazu wie folgt Stellung:)

Die Absage des Müggenmarktes 2017 ist höchst bedauerlich und wäre vermeidbar gewesen. Dennoch: Angesichts der Tatsache, dass die Polizei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatte und dort eine Prüfung des Sachverhalts eingeleitet wurde, ist die Reaktion des Bürgermeisters verständlich. Unsere Sicht der Dinge:

  1. Der Bürgermeister ist, auch persönlich, verantwortlich für die Genehmigung des Müggenmarktes. Wenn er sich schweren Herzens zu dieser Absage entschließt, muss dies zunächst respektiert werden. Bevor die Hintergründe nicht völlig transparent gemacht wurden, sollten Politiker nicht öffentlich äußern, dass sie eine andere Entscheidung getroffen hätten, wie SPD-Chef Helmut Plöger dies bereits in seiner ersten Stellungnahme getan hat.

  2. Die Hinweise der Polizei, dass das Festzelt des Müggenmarktes nicht unmittelbar neben der Seniorenwohnanlage stehen darf, sind nicht neu. Sie wurden bereits vor einem halben Jahr vorgetragen und waren schon Mitte März 2017 Thema im Arbeitskreis Müggenmarkt. In jener Sitzung wurden vom Bürgermeister und anderen Mitgliedern Vorschläge geäußert, das Festzelt an einem anderen Standort aufzubauen. Damit sollte einerseits das Problem des Lärmschutzes aufgenommen werden. Andererseits und vor allem aber zielten diese Vorschläge darauf ab, die Attraktivität des Müggenmarktes zu stärken. Nach massiver politischer Intervention von Seiten der SPD/FDP-Ratsgruppe stellte der Bürgermeister seine Vorschläge aber zurück.

  3. Dies sollte der Kern der Diskussion sein: Wie kann der Müggenmarkt attraktiver werden? Denn seit Jahren wird ein Rückgang der Besucherzahlen beklagt, insbesondere ein Ausbleiben von Besuchern jüngeren und mittleren Alters. Versuche von Teilen des Arbeitskreises, den Markt attraktiver zu gestalten, wurden von den Vertretern des traditionellen Konzepts stets vehement abgelehnt. Zu diesen „Traditionalisten“ gehören insbesondere ehemalige oder noch aktive SPD- und FDP-Lokalpolitiker.

  4. Notwendig ist ein Neuanfang für den Müggenmarkt. Neue Ideen, neue Konzepte sind gefragt. Das Problem des Lärmschutzes, das nur ein Randthema ist, könnte dabei im Handumdrehen mitgelöst werden. Voraussetzung für einen erfolgreichen Neubeginn: Die Gestaltung des Marktes muss durch einen unabhängigen Arbeitskreis erfolgen, in dem vor allem die Vereine und die ehrenamtlich Aktiven das Sagen haben. Denn sie, und nur sie, können den Müggenmarkt als Bürgerfest retten. Die Parteipolitiker müssen sich da raushalten. Sonst fahren sie den Müggenmarkt endgültig an die Wand.

(Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.)