Tourismus in der Gemeinde Jemgum stärken!

Der Ausschuss für Tourismus, Wirtschaftsförderung und Raumplanung der Gemeinde Jemgum hat am 17. Januar 2017 einstimmig beschlossen, in diesem Jahr ein tourismuspolitisches Konzept der Gemeinde Jemgum zu entwickeln und dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen. Der Bürgermeister wurde gebeten, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ausschusses in der nächsten Sitzung – voraussichtlich am 15. März 2017 in Jemgum – einen Vorschlag für das weitere Vorgehen vorzulegen.

Der Beschluss kam auf Antrag der Fraktion Jemgum 21 zustande. Hier die Antragsbegründung:

  1. Dem Bürgermeister sind keine (aktuellen) Tourismus-bezogenen Konzepte der Gemeinde bekannt (mündliche Auskunft 12.12.2016). Eine Auswertung der Protokolle des bisherigen Ausschusses für „Fremdenverkehr…“ hat ergeben, dass dort in keiner Sitzung über grundsätzliche konzeptionelle Fragen des Tourismus gesprochen wurde. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass kein aktuelles Tourismus-Konzept der Gemeinde vorliegt.

  1. Der Tourismus ist schon heute ein bedeutender Wirtschaftszweig in der Gemeinde. Im Vergleich zu anderen ostfriesischen Kommunen – v.a. im Vergleich zu den „Tourismus-Zentren“ auf dem Festland – wird deutlich, dass das Potenzial der Gemeinde diesbezüglich bei weitem nicht ausgeschöpft ist. Dies gilt insbesondere, wenn bedacht wird, dass die Gemeinde Jemgum aus Sicht der wichtigsten Herkunftsregion für Touristen – NRW – einen besonders günstigen Standortvorteil hat: Sie ist aus dem Süden kommend neben Bunde die am schnellsten zu erreichende Gemeinde, die gleichzeitig Zugang zum Weltnaturerbe Wattenmeer hat und durch Naturreichtum und „ländliche Ruhe“ einen hohen Erholungswert bietet.

  1. Der Tourismus schafft Arbeitsplätze. Schon heute leben in Ostfriesland rund 70.000 Menschen von diesem Wirtschaftszweig. Alle Fachverbände prognostizieren weiteren Zuwachs, u.a. wg. demographischer Entwicklungen („aktive dritte Lebensphase“), bei Jüngeren dem steigenden Wunsch nach „Kurzurlauben zwischendurch“, und auch wegen des allgemeinen Trends, Urlaub im Inland zu verbringen. Angesichts dieser Entwicklung und des bisher nicht genutzten Potenzials ist hier in Zukunft ein signifikanter Zuwachs an Arbeitsplätzen zu erwarten.

  1. Tourismus „passiert“ nicht einfach, sondern muss sorgfältig entwickelt und konzipiert werden, z.B. durch Aufnahme neuer Trends, zugeschnittener Angebote für die Kunden, aber auch Verbesserungen in der Attraktivität des Zielorts. Das „Tourismuspolitische Papier der IHK für Ostfriesland und Papenburg“ aus dem Jahr 2015 hat auf zahlreiche konzeptionelle Herausforderungen für Kommunen und Tourismuswirtschaft hingewiesen. In ihrem „Strategischen Handlungsrahmen für die Tourismuspolitik auf Landesebene“ aus dem Jahr 2015 macht die Landesregierung ebenfalls Herausforderungen und Potenziale deutlich und signalisiert klar ihre Unterstützungsbereitschaft, gerade auch für Initiativen im ländlichen Raum (vgl. S. 36/37 des Handlungsrahmens). Für Förderanträge sind allerdings ebenfalls klare konzeptionelle Voraussetzungen gefordert.

  1. Aus den vorgenannten Gründen ergibt sich nach Ansicht der Fraktion Jemgum 21 die dringende Notwendigkeit, die bisherige, ohne grundlegende konzeptionelle Grundlage erfolgte Tourismusförderung der Gemeinde auf eine substanzielle, wachstumsorientierte und zukunftsweisende Basis zu stellen.

 

Erwähnte Quellen:

  • Tourismuspolitisches Papier der IHK für Ostfriesland und Papenburg – hier online.
  • Strategischer Handlungsrahmen für die Tourismuspolitik auf Landesebene – hier online.